
MISATANGO - MESSE VON MARTÍN PALMERI
Gesamtleitung: Beat Kunz
Musikalische Leitung: Miriam Dorsch, Beat Kunz, Niklas Malluschke, Simon Peter, Urban Rieger
Inszenierung: Serge Honegger
Choreografie: Annette De Pover
Licht: René Fritz
Sopran: Katharina Held
Bandoneon: Wolfgang Weniger
Musik: Martín Palmeri, Astor Piazzolla, Bersuit Vergarabat u.a.
Arrangements: Misha Kallivroussis, John Langley, Simon Peter, Urban Rieger
Chöre, Solisten und Solistinnen des Gymnasiums Bäumlihof
Orchester arte frizzante
Big Bäumli Band
Technik-Crew des Gymnasiums Bäumlihof
Martinskirche Basel
Premiere: 23. Januar 2026
Fotos: © Veronika Goepfert
Texte: © Serge Honegger


Mit den Mitwirkenden haben wir einen szenischen Ablauf gestaltet, der nur in Ansätzen eine Geschichte erzählen wollte. Wichtiger waren die räumlichen Spannungsbögen, die Verhältnisse zwischen Gruppe und Individuum sowie das, was unaussprechlich bleiben muss.


Es spielt keine Rolle, ob man einer Messe mit Frömmigkeit begegnet oder nicht. Was ihren kulturellen Wert auszeichnet, ist ihre unverrückbare Form. Sie kann mit Tango-Klängen gefüllt, mit Musik anderer Genres erweitert oder durch einen inszenatorischen und choreografischen Kommentar ergänzt werden. Ihre wesentliche Funktion, mit Sinn, Emotion oder kontextuellen Bedingungen aufgeladen zu werden, rührt von der Strenge ihrer typografischen Oberfläche her.


Gerade weil die Messe im Prinzip über keine Tiefe verfügt, ermöglichte sie den Interpretierenden, das unter der Oberfläche Liegende in all seinen Ambivalenzen und Widersprüchlichkeiten auszuloten.


In der Aufführung erklang nach dem letzten Teil der Messe (Agnus Dei) noch Astor Piazollas «Libertango». Dazu meinte Beat Kunz nach einer Probe, dass in dieser Schlussnummer der Aufführung zum Ausdruck komme, dass wir verpflichtet seien, weiterzumachen, ob nun Frieden herrsche oder nicht. Ich kann ihm nur beipflichten.
